Quattro: Artgerechte Haltung oder ein geeignetes Winterquartier für Youngtimer?

Schon vor dem Kauf im Dezember 2010 war klar dass es keinen Platz für den Sporti geben wird. Alle Garagen und offenen Stellplätze waren mit den Alltagsautos belegt und unter der Straßenlaterne durfte er mangels Versicherung nicht stehen. Deswegen musste der Sporti schon am Tag nach dem Kauf ins elterliche Winterquartier ins Erzgebirge überführt werden.

Also wurden in der Nacht zwischen Kauf und Abfahrt die eigentlich als nutzlos erachteten, weil komplett ausgehärteten Winterräder aufgesteckt, sämtliche Füllstände gecheckt und eine Sichtkontrolle gemacht. Außerdem wurde das Nötigste an Werkzeug und Betriebsstoffen aus dem Keller in den Kofferraum verfrachtet.

Eigentlich ein Himmelfahrtskommando, nach 4 Jahren Standzeit, ohne Zahnriemen-, Öl- und Filterwechsel, dafür mit undichter Wasser- und leckender Hydraulikpumpe die Strecke von 450 km zurück legen zu wollen. Was am Anfang richtig bockig und extrem lustlos und nach einem riesigen Fehler aussah (auch das Leben, das Universum und der ganze Rest) , wurde immer geschmeidiger und agiler.

Nach einigen Kilometern war der Sporti merklich über den Berg und alle Pferdchen wieder auf der Koppel. Die Gelenke und Achsen hatten sich frei gearbeitet und die Gummis wieder weich geklopft. Die Dämpfer gaben Stöße nicht mehr ungefiltert in die bis dahin ächzende Karosse. Die Bremsscheiben und Beläge hatten wieder eine gemeinsame Basis für Reibung. Und das Größte: Der 5-Zylinder war wieder in der Lage, in diesem ganz bestimmten Drehzahl- und Lastbereich, das gesamte Auto in dieses fantastische, legendäre Brummen zu versetzen. Unvergesslich, wenn sich diese anfänglichen Bedenken vollständig umkehren und nur noch Vertrauen und Fahrspaß übrig bleiben. Genau in diesem Moment hat der Sporti seinen neuen Besitzer nachhaltig überzeugt.

Und dann kam der Schnee: Nur wer schon mal einen der alten Quattro´s mit dem permanentem Allradantrieb und ohne ESP, ASR und SCHIESSMICHTOT gefahren ist, kennt dieses Gefühl wenn Schnee keine gelb blinkende Behinderung mehr ist sondern nur noch eine Behinderung für Andere. Plötzlich ist die linke Autobahnspur wieder frei und zügig befahrbar… Fahren im Grenzbereich? Fahren im Spaßbereich!

Leider war es aber der letzte Schnee den der Sporti zukünftig unter die Räder bekommen durfte.

Irgendwann war diese wirklich besondere und schöne Fahrt aber zu Ende und der Sporti im Erzgebirge angekommen. Es sollte erstmal nur über den Winter sein, bis eine Garage oder Scheune zur Miete gefunden wurde. Dass sich dies als äußerst schwierig erweisen würde und es zu befürchten war dass der Sporti noch ewig im Erzgebirge bleibt, hatte zu diesem Zeitpunkt noch keiner geahnt.

Aber bereits Ende April 2011, also nach nur 4 Monaten im Winterquartier, sollte sich die Situation von einer Minute auf die Nächste ändern…

(©"DerSporti")
Überführung ins Winterquartier: Erste Langstrecke nach 4 Jahren Stillstand. (©“DerSporti“)
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Mit der Nase im Schnee. (©“DerSporti“)
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Tiefstes Erzgebirge: Raucherpause im Schnee. (©“DerSporti“)
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Artgerechte Haltung: Quattro im Tiefschnee. (©“DerSporti“)
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Am Ziel: „Vorsprung durch Technik“ trifft auf „Überholen, ohne Einzuholen“. (©“DerSporti“)
(©"DerSporti")
Zugedeckt: Neuschnee der ersten Nacht. (©“DerSporti“)

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